Pressemitteilung 12. Februar 2026

Der Verein TEZ verlängert Entscheidungsfrist um 2 Wochen und setzt auf Dialog.

Das Tageselternzentrum Salzburg (TEZ) nimmt die zahlreichen Rückmeldungen, Sorgen und Fragen der Tageseltern in den vergangenen Wochen sehr ernst. Um zeitlichen Druck von den betroffenen Tageseltern zu nehmen, verlängert Geschäftsführerin Corinna Schober die Entscheidungsfrist um zwei Wochen – bis 15. März 2026.

Die zusätzliche Zeit soll für einen intensiven Dialog genutzt werden. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Gründe für die gesetzten Maßnahmen noch transparenter und nachvollziehbarer darzustellen, offene Fragen zu klären und eine sachliche Grundlage für weitere Gespräche zu schaffen.

„Mir ist wichtig, dass wir in dieser herausfordernden Situation wieder zu einem respektvollen, faktenbasierten Austausch finden. Dafür schaffen wir jetzt bewusst mehr Zeit und mehr Gesprächsangebote“, so Geschäftsführerin Corinna Schober.

Bereits heute Vormittag wurde dazu eine Videobotschaft an alle Mitarbeitenden versendet. Darin wird auf offene Fragen sowie kursierende Gerüchte und Annahmen eingegangen, um zur Versachlichung beizutragen. Zusätzlich werden an drei Abenden Gesprächs- und Austauschtermine für Tageseltern angeboten.

Der Vorstand und die Geschäftsführung bedauern, dass die für heute (12. Februar) vereinbarte Gesprächsrunde kurzfristig abgesagt wurde und nicht stattfinden kann. Der Wunsch nach einem konstruktiven Dialog bleibt ausdrücklich aufrecht!

Der Verein betont, dass gesetzte Schritte aus wirtschaftlicher Verantwortung und kaufmännischer Sorgfaltspflicht erfolgen. (siehe Tabelle im Anhang) Dem Betriebsrat wurden in den Verhandlungen seit Sommer die aktuellen Zahlen sowie die Berechnungen vorgelegt, eine Streichung oder eine Kürzung der freiwillig gewährten Zulage wurde immer mit dem Hinweis abgelehnt, jegliche Änderung und Streichung mit Unterstützung AK/Gpa rechtlich zu bekämpfen.

Bemühungen, die tragende Säule Tageseltern wirtschaftlich wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen, werden gerade von dieser Seite in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund beruft der Vorstand eine außerordentliche Generalversammlung ein, um die Mitglieder des Vereins über die schwierige Situation sowie über gesetzte und geplante Konsolidierungsmaßnahmen zu informieren.

Parallel dazu arbeitet das TEZ intensiv an individuellen Lösungen für Tageseltern, die weiterhin im Verein tätig sein möchten. Härtefälle sollen vermieden und Abfederungen gefunden werden. Besonders häufig wird die Frage nach der Auslastungssicherheit im kommenden Herbst geäußert. Hier kann das TEZ beruhigen: Es liegen ausreichende Anfragenlisten vor, sodass von einer stabilen Nachfrage ausgegangen werden kann.

Ziel bleibt es, den Verein in seiner Vielfalt zu erhalten und allen Mitarbeitenden eine sichere und langfristige Zukunft im Verein TEZ zu bieten. Zudem geht es darum, die Betreuung von 400 Kindern im Bundesland Salzburg langfristig abzusichern.

Kontakt und Information Geschäftsführung: Corinna Schober (office@tez.at)
Für den Vorstand: Eva Kok-Ertl (vorstand@tez.at)

 

Warum bleibt Kostendeckung bei den Tageseltern ein Thema?

Vergleich „benötigt vs. gefördert“ (€/Betreuungsstunde)

  • 2024: benötigt 8,68 €/Std., gefördert 7,41 €/Std. → Lücke: 1,27 €/Std.

  • 2025: benötigt 9,02 €/Std., gefördert 7,55 €/Std. → Lücke: 1,47 €/Std.

  • 2026: benötigt 8,97 €/Std., gefördert 8,85 €/Std. → Lücke: 0,12 €/Std.

    • (Hochrechnung auf Basis Jänner 2026, bestmögliche Annahme: neues Fördersystem rückwirkend ab 01.01.2026)

Hinweise zur Berechnung des Diagramms

  • Fördermittel beinhalten die Sonderförderung des Landes Salzburg (2024/2025 altes System).

  • Personalkosten beinhalten die bisherige 20%-Zulage.

  • Die häufig genannten „30 % mehr Förderung“ relativieren sich durch den Wegfall der Sonderförderung – real ergibt sich eine Mehrförderung von 16,88 %.

Gesamtbewertung

  • 2024 und 2025: klare und erhebliche Unterdeckung

  • 2026: deutliche Verbesserung, aber weiterhin keine vollständige Kostendeckung

  • Fazit: Das neue Fördersystem reduziert die Finanzierungslücke, beseitigt sie jedoch nicht vollständig, wenn die Gehälter mit Zulage aufrecht erhalten bleiben.

© Berechnung und Diagramm: Quelle TEZ

Weiter
Weiter

Pressemitteilung 8. Februar 2026