Pressemitteilung 27. April
Mit großem persönlichen Einsatz von Geschäftsführung und ehrenamtlichem Vorstand des gemeinnützigen Vereins „Zentrum für Tageseltern in Salzburg“ (TEZ) wurde in den letzten Monaten versucht, einen Fortbestand der qualitätsvollen Kinderbetreuung abzusichern und die finanzielle Lage des Vereins zu stabilisieren. Nach Prüfung aller Optionen mit Hilfe externer Expertise und um Schaden von Mitarbeitenden abzuwenden, sehen sich Vorstand und Geschäftsführung gezwungen, Insolvenz anzumelden.
Die Entwicklungen der letzten Monate:
Die finanziell immer wieder herausfordernde Situation hat sich durch die hohen Lohnabschlüsse der letzten Jahre nach Corona drastisch verschärft. Trotz aller getroffenen Einsparungsmaßnahmen wurden bestehende Reserven mittlerweile aufgebraucht.
Das Land Salzburg hat die in Aussicht gestellte Erhöhung der Förderbeiträge im März 2026 beschlossen, und damit einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung des Vereins geleistet. Dennoch konnten die bereits über Jahre entstandenen strukturellen und finanziellen Herausforderungen sowie zusätzliche Belastungen aus Personalkosten und bestehenden Verpflichtungen nicht mehr ausreichend abgefedert werden.
Der Versuch, die im Rahmen einer Betriebsvereinbarung im Jahr 2000 geregelte Zulage für Tageseltern aufzukündigen, ist am Widerstand des Betriebsrats gescheitert. Die erzielte Reduktion um 5% ist nicht ausreichend. Mit den Erträgen aus Förderungen und Elternbeiträgen können gerade einmal die Personalkosten gedeckt werden. Anfallende Sachkosten können unter diesen Rahmenbedingungen nicht bedient werden.
Ein gemeinnütziger Verein kann auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als er an Fördermitteln der öffentlichen Hand und aus Eigenerträgen erwirtschaften kann. Dafür tragen die Vereinsorgane Verantwortung und haften mit ihrem persönlichen Vermögen.
Das neue Fördersystem des Landes, das rückwirkend ab 1.1.2026 in Kraft tritt, kann das TEZ aus genannten Gründen allein nicht stabilisieren. Nach erfolgter externer Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungskanzlei lautet der Befund, dass der Verein nicht kostendeckend zu führen ist und angesichts der finanziellen Situation ein Fortbestand nicht gegeben ist. Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, bleibt für den Verein nur der Weg, einen Insolvenzantrag einzubringen.
Das Land als Fördergeber und unsere Mitarbeitenden sind über den Schritt informiert.
Nach knapp 40 Jahren seit der Gründung des Vereins im Jahre 1989 ist es für alle Verantwortlichen im Verein ein schmerzlicher und bedauernswerter Schritt. Der Vereinsvorstand und die Geschäftsführung hoffen sehr, dass ein guter Übergang für die betreuten Kinder und deren Eltern gelingen wird und die große Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen im Bundesland Salzburg abgedeckt werden kann. Allen Mitarbeitenden, deren Gehaltsansprüche aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) abgedeckt sind, wünschen wir, dass sie ihre qualitätsvolle Aufgabe bei einem anderen Träger weiter ausüben können.
Kontakt und Information
Geschäftsführung: Corinna Schober (corinna.schober@tez.at)
Für den Vorstand: Eva Kok-Ertl (vorstand@tez.at)